Ernährung
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„Abnehmen beginnt im Kopf“

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„Ich hatte Stress in der Arbeit, da habe ich mir jetzt ein gutes Essen redlich verdient“. „Ich war heute beim  Sport, jetzt darf ich essen, was ich will“: Fitnessökonomin Katrin Böhning ist überzeugt, dass „Abnehmen im Kopf beginnt“. GU Balance hat die Münchnerin dazu interviewt:

Du bist der Überzeugung; „Wissen allein verändert gar nichts“. Was genau meinst Du damit?
Unsere Gesellschaft weiß zu viel und setzt zu wenig davon um. Die Folge: kognitive Dissonanz. Das ist ein Begriff aus der Verhaltenspsychologie und umschreibt ein zerrissenes, ungutes Gefühl der Spannung, wenn wir nicht das tun, was wir von uns selbst erwarten. Wir wollen endlich regelmäßig Sport treiben und landen doch mit einem Snack auf der Couch? Schlechtes Gewissen macht sich breit. Und das ungute Gefühl, mal wieder nicht „funktioniert“ zu haben. Wir werden unzufrieden und langen für den schnellen Serotoninbooster in die Schokokiste (Die wir doch eigentlich längst schon eliminiert haben wollten)

Warum ist es so schwer, die schlechten Angewohnheiten abzulegen?
Der Mensch ist ein Gewohnheitsstier und Gewohnheiten haben evolutionäre Wurzeln. Evolutionär steigt nämlich die Wahrscheinlichkeit eines Überlebens, wenn das Individuum in Gefahrensituationen auf bewährte Gewohnheiten zurückgreifen kann und nicht immer wieder einen neuen Handlungsplan entwickeln muss. Ein Abweichen von den Gewohnheiten ist vor diesem evolutionären Background mit inneren Spannungen verknüpft. Unser Gehirn ist also so programmiert, an Gewohnheiten festzuhalten. Das Dumme ist nur, dass es nicht zwischen guten und schlechten Gewohnheiten unterscheidet und stur an beiden festhält. Obendrein ist der Mensch behäbig (auch dass ist ein Relikt der Vergangenheit) und liebt seine Gewohnheiten weil sie Vieles erleichtern. Unterbewusst verteidigt er sie deshalb oft vehement gegen jegliche Art von Veränderung.

Es gibt Gewohnheiten des Fühlens, Denkens und Verhaltens, wobei wir mit dem Wort Gewohnheit meist die des Handelns assoziieren. Unser Ernährungsverhalten ist stark von Gewohnheiten geprägt und wird ebenso wie das Bewegungsverhalten in der Kindheit gelernt und in späteren Lebensjahren mehr oder weniger stabil beibehalten. Besonders prägend sind die ersten 10 Lebensjahre. Es liegt mir fern zu behaupten, dass an Ihren überschüssigen Kilos ausschließlich Ihre Eltern schuld sind, beteiligt sind sie aber in jedem Fall.

Wie kann man es dennoch schaffen, diesem Teufelskreis aus Essen – Frust – Essen zu entkommen?
Wichtig ist es, realitische und konkrete Ziele zu definieren. Nebst Inhalt Ausmaß und Zeit braucht eine erfolgreiche Zieldefinition mehr: Emotionen! Daher macht es Sinn, ein Ziel erst konkret zu formulieren (nach z.B. der SMART-Formel), es dann aber durch eine Visualisierung auch noch zu emotionalisieren. Wo bist Du, wenn du dein Ziel erreicht hast, wer ist in deiner Nähe, mit wem feierst du, wie fühlst du dich, welche Musik hörst du. Diese Ziele Welt solltest du täglich 5 Minuten visualisieren!

Welche Tipps kannst Du unseren Lesern noch ans Herz legen?
Machen Sie sich Ihre Ernährungsgewohnheiten erst einmal bewusst. Hierzu hilft ein Ernährungstagebuch. Sie werden merken, wie viele Essentscheidungen sie unbewusst treffen. Der Keks zu Kaffee, das Brot zum Salat, mal eben schnell eine Handvoll Nüsse bevor man aus dem Haus stürmt…

Picken sie sich eine schlechte Angewohnheit heraus…

und schreiben Sie auf einen Zettel, wie sie in Zukunft mit dieser Gewohnheit umgehen wollen. Man nennt dieses positive Ausformulieren von Wünschen, bzw. Zielen Affirmationen. Untermalen Sie Ihre Affirmation mit Emotionen und anderen Sinneseindrücken – Dann hat sie mehr Durchschlagkraft. Hier ein Beispiel: „ Wenn mein Freund Abends die Chips auspackt habe ich bereits vorgesorgt und greife zu den vorbereiteten Gemüsesticks! Dabei bin ich glücklich, weil ich tue was ich von mir erwarte!“ Wenn sie einmal ein Motivationstief haben lesen sie sich ihre Affirmation laut vor.

Gönnen Sie sich Zeit:

Um eine alte Gewohnheit abzulegen und eine Neue zu implementieren brauchen wir Zeit. Rome wasn´t built in a day und Ihre überschüssigen Kilos kamen auch nicht über Nacht! Versuchen Sie nicht, von heute auf morgen ihr ganzes Leben zu verändern – es wird nicht funktionieren und das Ergebnis wird entweder JOJO oder Frustration oder beides sein! Für Verhaltensänderungen braucht man Geduld – viel davon. Doch da wo andere frustriert aufgeben machen erfolgreiche Menschen einfach weiter. Nach Misserfolgen und Rückschlägen stehen Sie auf, klopfen sich den Sand ab und marschieren wieder los. So festigt sich die neue Gewohnheit von Tag zu Tag mehr. Wer erfolgreich sein Verhalten ändert zeichnet sich nicht nur durch Fortschritt aus sondern hat gelernt, auch mit Rückschlägen selbstbewusst und konstruktiv umzugehen. Und eines sollten Sie unbedingt noch wissen: Neue Gewohnheiten zu etablieren ist wesentlich einfacher, als alte abzulegen.

Nutzen Sie den perfekten Moment:

Veränderte Lebensumstände eignen sich ganz hervorragend, um größere Veränderungen durchzuführen. Eine Reprogrammierung von Gewohnheiten ist einfacher, wenn man sich in einer neuen Lebenssituation ohnehin neu finden muss. Elternschaft, Umzug, neuer Job, aber auch eine Trennung können solche Momente sein.

Belohnen Sie sich auch für kleine Erfolge

Sie haben es geschafft, sich eine Woche lang „sauber“ zu ernähren? Gönnen sie sich etwas Spezielles. Was das im Einzelnen sein kann hängt natürlich von den individuellen Vorlieben ab. Mein Lieblingsbeispiel ist die „ICH-ZEIT.“ Sie genießen einfach 2 Stunden nur für sich alleine – Kein Telefon, keine zu erfüllenden Rollen, keine Verpflichtungen…. Ein entspannendes Bad mit guter Lektüre, ein Spatziergang durch unberührte Landschaften, eine Stunde Yoga im Englischen Garten….

Vielen Dank für das Gespräch, Katrin!

Über die Autorin:

Katrin Boening

Katrin Böning hat Fitnessökonomie studiert. Sie ist mit ihrem Unternehmen „„bodyconcept-gesundheit bewegt““ erfolgreich im Personal Coaching und in der Ernährungsberatung tätig und als Referentin und Dozentin gefragt.

 

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